Der Streit um die Kostenaufteilung des CO2-Preises wird zur Wahlkampfdebatte und stellt die Wohnungswirtschaft vor viele Fragen. Doch egal wer die Kosten übernimmt, zur Erreichung der Klimaziele müssen alle Parteien mitwirken.

Berlin, 2.6.2021 

Die Klimabilanz 2020 hat gezeigt, dass unter allen Bereichen nur der Gebäudesektor seine Klimaziele nicht erreicht hat. Dabei ist gerade sein Einfluss auf ein klimaneutrales Deutschland von enormer Bedeutung. Immer noch knapp 20 % aller CO2-Emissionen entstehen durch das Heizen in Gebäuden; jede vierte Heizung ist 25 Jahre oder älter.

Damit die von der Regierung beschlossenen Klimaziele erreicht werden, gibt es seit Anfang des Jahres einen CO2-Preis auf den Ausstoß von Sprit, Gas und Heizöl. Pro Tonne an CO2-Emissionen werden 25 Euro erhoben. Für eine Wohnung von 140 Quadratmetern bedeutet das etwa 165 Euro an Kosten im Jahr. Eingeführt wurde das Gesetz mit dem Beschluss, dass dieser Betrag vom Mieter getragen wird. Ebenso lang existiert aber auch die Debatte, ob der Vermieter an den Kosten beteiligt werden soll.

Noch sind sich die Parteien über die Beteiligung der Vermieter uneinig

Mit dem Klimapakt Mitte Mai manifestierte sich die Idee, dass Mieter und Vermieter gleichermaßen für den CO2-Preis aufkommen. Damit diese Regelung noch im Juni als Gesetz verabschiedet und ab 1.1.2022 in Kraft tritt, verständigten sich Ministerien und Koalition zunächst darauf. Kurz vor der heutigen Bundeskabinettssitzung kippt die Einigung von Seitens der Unionsfraktion jedoch und verdeutlicht, inwieweit das Thema CO2-Preis bereits Thema des Wahlkampfs ist.

Zur Entlastung des Mieters befürworten SPD und Grüne die Teilung des CO2-Preises ausdrücklich. Sie betonen, dass der Mieter keinen Einfluss auf den energetischen Zustand des Wohngebäudes hat. Er trägt aber alleinig die Kosten, wenn alte Heizanlagen ineffizient laufen und für einen hohen CO2-Ausstoß sorgen. Dagegen argumentiert die Unionsfraktion aus CDU und CSU, dass Vermieter nicht für einen möglichen verschwenderischen Verbrauch der Mieter aufkommen sollten, weil so der Anreiz zur Senkung der Heizkosten gemindert wird.

 

Nutzen für Klimaschutz und Umsetzung einer Kostenteilung in der Praxis ist unklar

Die Unsicherheit in der Regierung resultiert aus zahlreichen ungeklärten Fragen. Inwiefern zahlt die Teilung des CO2-Preises wirklich auf das Ziel Klimaschutz ein? Sind Mieter bei einer Kostenbeteiligung des Vermieters weniger bestrebt, Heizkosten zu sparen? Bevorzugen Vermieter im Falle der Verabschiedung des Gesetzes dann eher Singles statt Familien, weil diese einen geringeren CO2-Ausstoß verursachen? Und wie erfolgt die Umsetzung der Kostenteilung in der Praxis?

Unabhängig davon, wer die Kosten am Ende des Tages übernimmt, gelingt die Energiewende nur dann, wenn sowohl Mieter als auch Vermieter aktiv in den Klimaschutz investieren. Ein wesentlicher Treiber dafür ist die Digitalisierung und Nutzbarmachung von Energiedaten. Kann der Energieverbrauch durch Mieter und Vermieter in Echtzeit und unabhängig von einem Drittanbieter abgerufen werden, gelangt verstärkt Transparenz in den Verbrauch und den damit verbundenen, individuellen CO2-Ausstoß, was wiederum anregt, Kosten einzusparen. Den Vermieter durch eine effiziente Heizanlage, den Mieter durch einen ressourcenschonenden Umgang beim Heizen.

 

Digitalisierung und Transparenz im Umgang mit Energiedaten vermindert CO2-Emissionen

Partner wie KUGU ermöglichen einen derartigen Einblick in die eigenen Energiedaten. KUGU ist eine modulare SaaS-Lösung zur eigenständigen energetischen Bewirtschaftung von Gebäuden. Durch die Kombination von Submetering und Metering können Immobilen- und Energieunternehmen ihre Energiedaten ganz selbständig über ein Portal verwalten, die Effizient ihrer Anlagen überprüfen, Betriebskostenabrechnungen erstellen und sich somit unabhängig von Messdienstleistern machen. Über eine damit verbundene Bewohner-App erhält zudem auch der Mieter Einblick in den eigenen Verbrauch und kann entsprechend sein Verhalten optimieren. Denn auch wenn viele Fragen hinsichtlich des CO2-Preises noch ungeklärt sind, sicher ist, dass für den Klimaschutz alle Parteien aktiv werden müssen.

Sie haben Fragen zum CO2-Preis oder wollen mehr Einblick in Ihre Energiedaten gewinnen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Theres Büttner

Marketing Managerin, KUGU Home GmbH

t.buettner@kugu-home.com

Quellen:

1) https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/co2-kosten-cdu-csu-fraktion-will-vermieter-beteiligung-an-energiekosten-verhindern-a-a2faf115-c71f-4576-a2a8-120ed6b10500

2) https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaschutz-cdu-csu-lehnt-einigung-bei-co2-preis-und-mieten-ab-schulze-warnt-union-vor-wortbruch/27246062.html?ticket=ST-7376590-RqN49mefDeniopzG6H19-ap4

3) https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-05/energiewende-co2-preis-grosse-koalition-vermieter-heizkosten-mietkosten?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

4) https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article231377593/CO2-Kosten-Immobilienbranche-wehrt-sich-gegen-Vermieteranteil.html